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Wound Care

Die Unterschiede zwischen Schussverletzungen durch 5,56-mm-, 7,62-mm- und 9-mm-Geschosse verstehen – Ein praktischer Leitfaden für Sanitäter und Medizinstudierende

In der Gefechtsfeldmedizin, im Notfalltraining oder in Traumasimulationskursen sind nicht alle Schussverletzungen gleich. Größe und Energie eines Geschosses können die Art der Verletzung – und damit auch deren Behandlung – drastisch verändern.

Egal ob Medizinstudent, TCCC-Trainee oder Rettungssanitäter – dieser Leitfaden hilft Ihnen, die wichtigsten Unterschiede zwischen Schussverletzungen durch 5,56-mm-, 7,62-mm- und 9-mm-Geschosse zu verstehen und das richtige Schussverletzungssimulationsmodell für Ihr Training auszuwählen.

Warum sollte man die verschiedenen Arten von Schusswunden verstehen?

Viele Schießanfänger gehen davon aus, dass alle Schusswunden einfach nur „Löcher“ sind. In Wirklichkeit unterscheiden sich Wunden jedoch stark je nach Kaliber, Geschwindigkeit und Energie des Geschosses.

Häufige Herausforderungen im Training:

  • Die Art des Geschosses lässt sich anhand der Wunde nicht bestimmen.
  • Unsicher, welche Methode zur Blutstillung angewendet werden soll
  • Mangel an realistischen Trauma-Simulationserfahrungen

Deshalb ist es für ein realistisches Training zur Blutstillung und für die Entscheidungsfindung in Stresssituationen unerlässlich, den Unterschied zwischen 5,56 mm, 7,62 mm und 9 mm großen Wunden zu kennen.

Kurzübersicht: 5,56-mm-, 7,62-mm- und 9-mm-Geschosse

Kaliber Geschossdurchmesser Gängige Schusswaffen Hauptmerkmale
5,56 mm 5,56 mm M4, AR-15 Hohe Geschwindigkeit, kleine Eintrittsgeschwindigkeit, innere Beschädigung
7,62 mm 7,62 mm AK-47, FN FAL Schwere, runde, tiefe Wunden, Gewebe
9 mm 9 mm Glock, MP5 Pistolenpatrone, geringe Eindringtiefe, geringes Trauma

5,56-mm-Schusswunde: Kleines Loch, großes Problem

1. Häufig verwendet bei: M4- oder AR-15-Gewehren

2. Wundart: Hochgeschwindigkeitstrauma mit innerer Gewebezerstörung. Das Geschoss kann im Körper taumeln oder fragmentieren.

3. Herausforderungen:

  • Äußere Wunden können harmlos aussehen.
  • Versteckte tiefe Gewebeblutung
  • Erfordert präzise, ​​gezielte Blutstillungstechniken

7,62-mm-Schusswunde: Groß, tief, verheerend

1. Häufig verwendet in: AK-47, FN FAL

2. Wundart: Großkalibrige Verletzung mit massiver kinetischer Energie. Dringt tief ein, zersplittert Knochen und reißt Muskeln.

3. Herausforderungen:

  • Große, offene Wunden, starke Blutungen
  • Hohes Schockrisiko, komplexe Wundversorgung
  • Oft ist eine mehrschichtige Blutstillung erforderlich.

9-mm-Schussverletzung: Sehr häufig, aber dennoch schwerwiegend

1. Häufig verwendet bei: Handfeuerwaffen (Glock, Beretta), Maschinenpistolen (MP5)

2. Wundart: Flächenaufprall, begrenzte Eindringtiefe, geringere Energie.

3. Herausforderungen:

  • Auch oberflächliche Wunden können stark bluten.
  • Ideal für das Training zur Blutstillung im Frühstadium
  • Auf Infektionen im Weichgewebe muss geachtet werden.

Vergleichstabelle: Worin besteht der Unterschied?

Kaliber Penetration Gewebeschädigung Blutungsrisiko Optimale Trainingsnutzung
5,56 mm Mäßig Interner Fokus Medium Taktische medizinische Ausbildung (Mittelstufe)
7,62 mm Tief Schwer Hoch Traumabehandlungsausbildung (fortgeschritten)
9 mm Seicht Mäßig Niedrig bis mittel Ausbildung zum Ersthelfer oder Medizinstudenten


Wie man das richtige Schusswunden-Simulationsmodell auswählt

  • Wenn Sie Medizinstudent oder Erste-Hilfe-Anfänger sind:

Beginnen Sie mit einem 9-mm-Kugelwundentrainer, um die Grundlagen der Blutstillung und Wundversorgung zu erlernen.

  • Wenn Sie eine Ausbildung in taktischer Medizin (TCCC, EMS) absolvieren:

Verwenden Sie ein 5,56-mm-Schusswundenmodell, um realistische militärische Traumata und Feldbedingungen zu simulieren.

  • Wenn Sie sich auf fortgeschrittene Trauma-Simulationen oder Kampfszenarien vorbereiten:

Verwenden Sie einen 7,62-mm-Traumawundsimulator für tiefe, komplexe Wundpackungen und Szenarien mit massiven Blutungen.

Schlussbetrachtung

Nicht alle Schussverletzungen sind gleich. Zu verstehen, wie sich unterschiedliche Kaliber auf den Körper auswirken – und die Möglichkeit, mit realistischen Wundmodellen zu üben – kann die klinische Versorgung, die Entscheidungsfindung im Einsatz und die Überlebenschancen deutlich verbessern.

Ob auf dem Schlachtfeld oder im Klassenzimmer – das richtige Wissen und die richtigen Werkzeuge können den entscheidenden Unterschied ausmachen.

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