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Grundprinzipien des Nähens und verschiedene Nahtmethoden

  • Es ist wichtig, auf die korrekte Ausrichtung der genähten Wunde zu achten. Die Naht sollte schichtweise, entsprechend der anatomischen Gewebeebene, erfolgen, um einen straffen Gewebeschluss zu gewährleisten, andere Gewebe nicht einzuschließen oder zu vernähen, keine Hohlräume zu hinterlassen und Flüssigkeits- und Blutansammlungen sowie Infektionen vorzubeugen. Der Abstand zwischen Wundrand und Nadelspitze muss gleichmäßig sein, um ein ästhetisches Ergebnis zu erzielen. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Nahtkraft und -spannung gleichmäßig verteilt sind und die Naht fest sitzt, um ein Austreten von Wundflüssigkeit zu verhindern.
  • Achten Sie auf die Spannung der Naht. Die Straffheit der Ligaturnaht richtet sich nach dem Abstand der Schnittränder und sollte nicht zu fest sein. Bei gespannter Wunde sollten spannungsreduzierende Nähte angelegt werden. Bei größeren Defekten kann eine Lappenplastik oder eine Hauttransplantation in Betracht gezogen werden.
  • Die Wahl des Nahtmaterials und der Nahtnadel muss angemessen sein. Seidenfaden kann nach Débridement, Desinfektion und Reinigung für sterile Inzisionen oder leicht kontaminierte Wunden verwendet werden. Resorbierbares Nahtmaterial eignet sich für infizierte oder stark kontaminierte Wunden. Für Anastomosen von Blutgefäßen sollten entsprechende nicht-invasive Nadeln und Fäden verwendet werden.
  • Es gibt zahlreiche Nahttechniken, und es existiert keine einheitliche Klassifizierung. Nach der Geweberückführung werden drei Kategorien unterschieden: einfache Naht, Valgusnaht und Inversionsnaht. Jede Kategorie wird wiederum in zwei Typen unterteilt: intermittierende und fortlaufende Naht, je nachdem, ob die Naht kontinuierlich ist oder nicht. Die Lagebeziehung zwischen den Geweben wird in horizontale und vertikale Naht unterteilt; mitunter werden die genannten Bedingungen kombiniert und entsprechend benannt. Nach der Form der Naht unterscheidet man U-förmige, 8-förmige, T-förmige, Y-förmige usw. Darüber hinaus gibt es Nahttechniken für spezielle Zwecke, wie z. B. Spannungsreduktionsnähte, intrakutane Nähte und Nahthämostase.
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