Einführung
Fersendruckgeschwüre sind eine häufige Form von Druckgeschwüren, die oft bei bettlägerigen oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen auftritt. Da die Ferse nur wenig Weichgewebe aufweist, kann anhaltender Druck die Haut und das darunterliegende Gewebe leicht schädigen. Dieser Artikel erläutert die häufigsten Ursachen, Stadien und Behandlungsmöglichkeiten von Fersendruckgeschwüren.
Was ist ein Fersendruckgeschwür?
Fersendruckgeschwüre sind eine Form von Druckgeschwüren, die durch anhaltenden Druck auf die Ferse entstehen und zu Schäden an Haut und darunterliegendem Gewebe führen. Klinisch tritt dies häufig bei bettlägerigen oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen auf.
Liegt man längere Zeit auf dem Rücken, berühren die Fersen die Matratze und tragen einen Teil des Körpergewichts. Wird die Position nicht regelmäßig gewechselt, kann die Durchblutung der Ferse allmählich beeinträchtigt werden. Dies kann mit der Zeit zu Rötungen, Blasenbildung oder sogar zum Absterben von Gewebe führen; in schweren Fällen kann sich ein Geschwür entwickeln.
Die Ferse ist besonders anfällig für Druckverletzungen, da sie nur über eine dünne Unterhautfettschicht und eine ausgeprägte Knochenstruktur verfügt, was ihre Fähigkeit, Druck abzufedern, einschränkt. Anhaltender Druck in diesem Bereich macht das Gewebe anfälliger für Ischämie und Schäden.
Frühe Anzeichen einer Fersendruckverletzung
Die frühzeitige Erkennung von Fersendruckverletzungen ist entscheidend, um eine Verschlimmerung der Wunde zu verhindern. Im Anfangsstadium kann die Haut noch intakt sein, es können jedoch bereits deutliche Veränderungen auftreten. Häufige Frühsymptome sind:
Anhaltende Rötung
Die Haut an der Ferse kann gerötet sein, und die Farbe verblasst auch bei Druck nicht. Dies ist oft das erste Anzeichen einer Druckverletzung.
Veränderungen der Hauttemperatur
Die Haut im betroffenen Bereich kann sich anders anfühlen als die umliegende Haut. Sie kann sich manchmal wärmer oder in manchen Fällen spürbar kühler anfühlen.
Lokalisierter Schmerz oder Druckempfindlichkeit
Patienten können Unbehagen oder Schmerzen verspüren, wenn die betroffene Stelle berührt oder gedrückt wird.
Veränderungen der Hautstruktur
Die Haut über dem Druckbereich kann sich fester oder leicht geschwollen anfühlen und sich von der umgebenden Haut unterscheiden.
Farbverdunkelung
Im Verlauf der Verletzung kann sich die Hautfarbe von hellrot über dunkelrot und violett bis hin zu dunklen Tönen verändern.
In manchen Fällen kann die Hautoberfläche noch intakt erscheinen, während tiefer liegendes Gewebe bereits geschädigt ist. Dies wird als tiefes Gewebedefekt (Dekubitus) bezeichnet. Er zeigt sich häufig als tiefrote oder violette Stelle, manchmal begleitet von Schmerzen oder Druckempfindlichkeit. Ohne rechtzeitige Druckentlastung und Behandlung kann diese Art von Verletzung schnell zu schwerwiegenderen Gewebeschäden führen.
Stadien des Fersendruckgeschwürs
Fersendruckgeschwüre werden üblicherweise anhand der Tiefe und des Schweregrades der Gewebeschädigung in vier Hauptstadien eingeteilt. Jedes Stadium weist deutliche Unterschiede im Erscheinungsbild und in der Tiefe auf. Um diese Unterschiede besser zu veranschaulichen, kann ein Vergleichsbild von Fersendruckgeschwüren der Stadien 1 bis 4 als Referenz dienen.

Stadium 1: Intakte Haut mit Rötung
Im Stadium 1 ist die Haut intakt, die Ferse weist jedoch eine anhaltende Rötung auf. Die Farbe verblasst auch bei leichtem Druck nicht. Weitere Veränderungen können sein:
- Lokale Erhöhung oder Senkung der Hauttemperatur
- Schmerzen oder Unbehagen bei Berührung
- Die Haut kann sich fester anfühlen oder leicht geschwollen sein.
Wird der Druck in diesem Stadium nachgelassen und die notwendige Behandlung durchgeführt, kann weiterer Gewebeschaden in der Regel verhindert werden.
Stadium 2: Teilweiser Hautverlust
Im Stadium 2 kommt es zu einer partiellen Schädigung der Haut, die sich typischerweise als flaches Geschwür oder Blase äußert. Gemeinsame Merkmale sind:
- Verlust der Epidermis und möglicherweise eines Teils der Dermis
- rosa oder rotes Wundbild
- Manchmal intakte oder geplatzte Blasen
In diesem Stadium hat die Verletzung die Hautoberfläche durchbrochen und erfordert eine angemessene Wundversorgung und einen entsprechenden Wundschutz.
Stadium 3: Vollständiger Hautverlust
Stadium 3 umfasst eine vollständige Hautschädigung mit einer deutlichen Zunahme der Wundtiefe. Anzeichen können sein:
- Verlust von Haut und Unterhautgewebe
- Sichtbares Fettgewebe
- Tiefe Wunden, manchmal mit nekrotischem Gewebe
Muskeln, Sehnen und Knochen sind in diesem Stadium in der Regel noch nicht freigelegt.
Stadium 4: Schädigung tieferliegender Gewebe
Stadium 4 ist das schwerste Stadium, in dem die Verletzung bis in tiefer liegende Gewebestrukturen reicht. Zu den Merkmalen gehören:
- Freilegung von Muskeln, Sehnen oder sogar Knochen
- Große und tiefe Wunden
- Häufig geht dies mit nekrotischem Gewebe oder einem hohen Infektionsrisiko einher.
Dieses Stadium erfordert oft eine komplexere Wundversorgung und manchmal einen chirurgischen Eingriff.
Sonderfälle
- Nicht klassifizierbare Druckverletzung: Wenn die Wunde von dickem nekrotischem Gewebe oder Schorf bedeckt ist, kann die tatsächliche Tiefe nicht bestimmt werden, wodurch eine Klassifizierung vorübergehend unmöglich ist.
- Tiefe Gewebedruckverletzung (DTPI): Die Hautoberfläche kann noch intakt erscheinen, aber das darunter liegende Gewebe ist geschädigt und zeigt in der Regel eine tiefrote oder violette Verfärbung.
Was verursacht Fersendruckverletzungen?
Die Entstehung von Fersendruckverletzungen ähnelt der Entstehung von Druckverletzungen in anderen häufig betroffenen Bereichen, wie zum Beispiel dem Kreuzbein oder dem Gesäß, und resultiert in der Regel aus einer Kombination mehrerer Faktoren:
Längere Immobilität
Wenn man längere Zeit in derselben Position verharrt, berühren die Fersen ständig die Matratze oder die Unterlage. Ohne regelmäßige Positionswechsel werden die umliegenden Gewebe mit der Zeit leichter geschädigt.
Reibung und Scherung
Das Umlagern oder Verstellen eines Patienten kann Reibung zwischen Haut und Laken erzeugen oder dazu führen, dass der Körper auf dem Bett verrutscht. Diese Kräfte belasten die Haut mechanisch und erhöhen somit das Verletzungsrisiko.
Durchblutungsprobleme
Bestimmte chronische Erkrankungen können die Durchblutung beeinträchtigen und das Gewebe dadurch anfälliger für Schäden machen. Erkrankungen wie Diabetes, periphere Gefäßerkrankungen oder eine allgemein schlechte Durchblutung können die Drucktoleranz des Gewebes verringern.
Eingeschränkte Mobilität
Bei Patienten, die sich nicht selbstständig bewegen oder drehen können, können bestimmte Körperbereiche, einschließlich der Fersen, einem ständigen Druck ausgesetzt sein, wodurch das Risiko von Druckgeschwüren steigt.
Mangelernährung
Ein Mangel an ausreichendem Eiweiß oder anderen essentiellen Nährstoffen kann die Fähigkeit der Haut und des Weichgewebes zur Selbstheilung beeinträchtigen, wodurch die Entstehung von Druckgeschwüren wahrscheinlicher wird.
Präventive Zusammenfassung:
Das Verständnis dieser Risikofaktoren hilft bei der Prävention. Regelmäßiger Positionswechsel, Minimierung von Reibung, Förderung einer guten Durchblutung, Anregung zur Bewegung, wann immer möglich, und eine ausreichende Ernährung sind allesamt wichtige Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos von Fersendruckverletzungen.
Behandlung und tägliches Management von Fersendruckverletzungen
Die Behandlung von Fersendruckgeschwüren richtet sich in der Regel nach dem Schweregrad der Wunde. Bei beginnenden Hautschäden kann eine rechtzeitige Druckentlastung und grundlegende Pflege oft eine Verschlimmerung verhindern. Bei bereits bestehenden Geschwüren ist eine systematischere Wundversorgung erforderlich.
1. Reduzierung des Drucks auf die Ferse
Der erste Schritt bei der Behandlung eines Fersendrucks besteht darin, den anhaltenden Druck auf die Ferse zu verringern. Bei bettlägerigen Patienten kann ein regelmäßiger Positionswechsel zur Druckentlastung beitragen.
Im Alltag können auch einfache Methoden zur Druckentlastung beitragen, wie zum Beispiel:
- Ein Kissen unter die Unterschenkel legen, um die Fersen in der Luft zu halten.
- Verwendung von Fersenkissen oder druckentlastenden Polstern
- Wahl zwischen druckentlastenden Matratzen und Luftmatratzen
Diese Maßnahmen verringern den direkten Kontakt zwischen Ferse und Bett und verbessern so die lokale Durchblutung.
2. Die Wunde sauber halten
Bei bereits verletzter Haut ist es sehr wichtig, die Wunde sauber zu halten. Pflegekräfte spülen die Wunde üblicherweise vorsichtig mit Kochsalzlösung, um Wundsekret und Schmutz zu entfernen, und vermeiden dabei aggressive Reinigungsmittel. Es ist außerdem wichtig, die umliegende Haut trocken zu halten, um weitere Schäden durch Feuchtigkeit zu verhindern.
3. Verwendung geeigneter Verbände
Geeignete Wundverbände tragen dazu bei, ein feuchtes Wundmilieu aufrechtzuerhalten und die Wunde vor Verunreinigungen von außen zu schützen. Je nach Wunde können medizinische Fachkräfte verschiedene Verbandarten auswählen, beispielsweise Schaumverbände, Hydrokolloidverbände, Alginatverbände oder antimikrobielle Verbände.
Die Wahl des Verbandes hängt in der Regel von der Wundtiefe, dem Exsudatgehalt und dem Vorliegen einer Infektion ab.
4. Auf Anzeichen einer Infektion achten
Während der Wundheilung ist es wichtig, auf Anzeichen einer Infektion zu achten, wie z. B. verstärkte Rötung oder Schwellung, vermehrter Wundausfluss, unangenehmer Geruch oder zunehmende Schmerzen. Treten diese Anzeichen auf, ist eine umgehende Untersuchung und Behandlung durch einen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft erforderlich.
5. Unterstützung der Gesamtversorgung
Neben der lokalen Wundversorgung beeinflusst der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten die Heilung. Eine ausreichende Ernährung, eine ausreichende Proteinzufuhr und regelmäßige Hautkontrollen tragen zu einer besseren Genesung bei.
Zusammenfassung
Fersendruckstellen beginnen oft mit kleinen roten Flecken oder leichten Beschwerden und verschlimmern sich mit der Zeit. Ignorieren Sie diese frühen Warnzeichen nicht. Wenn Sie Beschwerden oder Veränderungen der Haut bemerken, ändern Sie Ihre Fußposition oder suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, um das Problem zu behandeln, bevor es sich verschlimmert.


