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Airway Management

Welche Ausrüstung wird für das Atemwegsmanagement benötigt? Das sollte jeder medizinische Fachmann wissen.

In verschiedenen medizinischen Situationen wie Notfallreanimation, chirurgischen Eingriffen und Intensivpflege hat die Sicherstellung freier Atemwege höchste Priorität für die Lebensrettung. Das Atemwegsmanagement ist nicht nur eine grundlegende Fertigkeit für medizinisches Personal und Rettungskräfte, sondern erfordert auch den Einsatz verschiedener Spezialgeräte.

Dieser Artikel stellt gängige Geräte zur Atemwegsicherung für neue medizinische Fachkräfte vor und hilft Ihnen, deren Rolle und Anwendung im klinischen Alltag zu verstehen und Sie auf die Behandlung realer Fälle vorzubereiten. Dieser Abschnitt konzentriert sich auf fünf Hauptkategorien von Geräten:

  • Belüftung mit Gesichtsmaske
  • Supraglottische Atemwegshilfen
  • Tracheale Intubation
  • Atemwegsreinigung
  • Unterstützungs- und Überwachungsgeräte
Ausrüstung zur Atemwegssicherung

1. Belüftung durch Gesichtsmaske

Die Beatmung mit einer Gesichtsmaske dient primär der künstlichen Atemunterstützung, wenn ein Patient nicht selbstständig atmen kann oder einen Atemstillstand hat. Sie wird häufig bei der Narkoseeinleitung, der kardiopulmonalen Reanimation und der Notfallversorgung der Atemwege am Einsatzort angewendet. Sie ist die grundlegendste und am häufigsten eingesetzte Beatmungsmethode in Klinik und Notfallmedizin und gewährleistet schnell die Sauerstoffversorgung und die Durchgängigkeit der Atemwege vor einer Trachealintubation oder bei Schwierigkeiten bei der Intubation.

  • Beatmungsbeutel (BVM): Auch bekannt als manueller Beatmungsbeutel, ermöglicht er die künstliche Beatmung von Patienten durch manuelles Zusammendrücken des Beutels und unterstützt so deren Atmung oder die Aufrechterhaltung der Sauerstoffversorgung.
  • Gesichtsmaske: Wird in Verbindung mit einem Beatmungsbeutel verwendet, um die Gaszufuhr und die unterstützte Beatmung durch Bedecken von Mund und Nase des Patienten zu gewährleisten.

Bei der Beatmung mit Gesichtsmaske ist darauf zu achten, dass die Maske richtig am Gesicht anliegt, die Atemwege frei bleiben und der Beatmungsdruck und die Beatmungsgeschwindigkeit kontrolliert werden, um Luftleckagen und Überbeatmung zu vermeiden.

2. Supraglottische Atemwegshilfen

Supraglottische Atemwegshilfen bedecken die Strukturen oberhalb von Rachen und Kehlkopf, um einen ungehinderten Luftstrom in die Lunge zu gewährleisten. Sie werden häufig eingesetzt, wenn eine effektive Beatmung über eine Maske nicht möglich oder eine Trachealintubation vorübergehend nicht durchführbar ist.

  • Larynxmaske (LMA): Sie besteht aus einer Maske mit aufblasbarer Manschette und einem Verbindungsschlauch. Die LMA lässt sich leicht einführen und dringt nicht in die Luftröhre ein, wodurch sie sich besonders bei schwieriger Intubation eignet.
  • I-gel: Ein supraglottisches Atemwegshilfsmittel ohne aufblasbare Manschette. Es passt sich schnell der Rachenanatomie des Patienten an und schafft so einen abgedichteten Atemweg.
  • King Larynx-Tubus (King LT): Ein blind einzuführendes Atemwegshilfsmittel, bestehend aus einem Tubus mit zwei Manschetten. Nach dem Einführen verschließen die obere und die untere Manschette den Rachen bzw. die Speiseröhre, wodurch eine Aspiration verhindert und eine effektive Beatmung gewährleistet wird.

Supraglottische Atemwegshilfen sind einfach anzuwenden und schnell einzuführen. Sie erhalten die Atemwege effektiv offen und reduzieren das Risiko eines Intubationsversagens. Allerdings bieten sie keinen vollständigen Schutz der Atemwege und bergen das Risiko einer Aspiration und lokaler Verletzungen. Sie sind nicht geeignet für Patienten mit anatomischen Atemwegsanomalien oder solche, die eine vollständige Atemwegskontrolle benötigen.

3. Tracheale Intubation

Der typische Weg zur endotrachealen Intubation besteht darin, den Tubus über den Mund- oder Nasenrachenraum einzuführen, ihn durch den Rachen und dann durch die Stimmbänder des Kehlkopfes in die Luftröhre zu führen.

OPA- und NPA-Techniken im Atemwegsmanagement

Gängige Werkzeuge:

  • Oropharyngealer Atemweg: Wird bei der OPA verwendet. Bei der oralen Intubation wird der Tubus durch den Mund eingeführt und passiert dabei den Rachen und die Stimmbänder, um die Luftröhre zu erreichen.
  • Nasopharyngealtubus: Wird bei der nasalen Intubation (NPA) verwendet. Bei der nasalen Intubation wird der Tubus durch das Nasenloch eingeführt. Sie kommt zum Einsatz, wenn eine orale Intubation aufgrund von Mundverletzungen oder anderen Einschränkungen nicht möglich ist.
  • Endotrachealtubus (ETT): Der am häufigsten verwendete Trachealtubus. Bei oropharyngealer Aspiration (OPA) werden in der Regel ETTs mit aufblasbarer Manschette gewählt, um die Atemwege effektiv abzudichten. Bei nasopharyngealer Aspiration (NPA) werden dünnere und flexiblere Tuben bevorzugt, um das Einführen durch die Nasenhöhle zu erleichtern.
  • Videolaryngoskop: Wird in Verbindung mit einem OPA verwendet. Ausgestattet mit einer Kamera, bietet es eine klarere Sicht auf die Atemwege und verbessert so die Erfolgsrate der Intubation.
  • Führungsdraht: Hilft dem Tubus dabei, eine geeignete gebogene Form beizubehalten, um ein reibungsloses Einführen in die Luftröhre zu ermöglichen.
  • Flexibles Fiberoptik-Bronchoskop: Es wird bei schwierigen Atemwegen oder in speziellen Fällen eingesetzt und hilft dabei, den Tubus während der Intubation durch die Nasenhöhle und die Stimmbänder zu führen.

Die endotracheale Intubation ist ein hochtechnisches Verfahren, das Risiken wie Intubationsversagen, Schädigung der Atemwege und Infektion birgt und daher nur von geschulten medizinischen Fachkräften durchgeführt werden sollte.

4. Atemwegsreinigung

Die Atemwegsreinigung dient hauptsächlich dazu, Sekrete, Fremdkörper oder Flüssigkeiten zu entfernen, die die Atemwege verstopfen, um deren Durchgängigkeit und effektive Beatmung zu gewährleisten. Zu den gängigen Instrumenten gehören:

  • Absauggerät: Nutzt Unterdruck, um Schleim, Blut und Erbrochenes aus Mund, Rachen oder Atemwegen zu entfernen.
  • Absaugkatheter: Wird zusammen mit dem Absauggerät verwendet und zur gezielten Absaugung tief in die Atemwege eingeführt.
  • Yankauer Absaugspitze: Wird häufig zum Entfernen von Sekreten aus Mund und Rachen verwendet; ihre starre Bauweise eignet sich zum Entfernen größerer Mengen an Sekreten.
  • Endotrachealer Absaugkatheter: Wird verwendet, um Sekrete aus der Luftröhre abzusaugen und so Verstopfungen und Infektionen vorzubeugen.

Die häufigsten Probleme bei der Atemwegsreinigung sind Sauerstoffmangel und Verletzungen der Atemwegsschleimhaut. Die Absaugzeit sollte auf 10–15 Sekunden begrenzt werden; gegebenenfalls sollte zuvor Sauerstoff verabreicht werden. Verwenden Sie dabei weiche Absaugkatheter in geeigneter Größe und vermeiden Sie übermäßigen Druck, um das Risiko von Blutungen und Reizungen zu minimieren.

5. Unterstützungs- und Überwachungsgeräte

  • Manschettendruckmesser: Misst und reguliert den Druck im Inneren der Manschette eines Endotrachealtubus oder einer Larynxmaske.
  • Kapnographie/CO₂-Detektor: Erfasst und zeigt die Konzentration von Kohlendioxid (CO₂) in der Ausatemluft an und hilft so, die Lage des Endotrachealtubus zu bestätigen und die Effektivität der Beatmung zu überwachen.
  • Pulsoximeter: Überwacht nicht-invasiv die Sauerstoffsättigung im Blut (SpO₂) und die Pulsfrequenz zur Beurteilung des Sauerstoffversorgungsstatus.

Abschluss

Das Atemwegsmanagement ist eine lebenswichtige Fähigkeit bei der Patientenrettung. Der korrekte Umgang mit verschiedenen Hilfsmitteln ist entscheidend für die Aufrechterhaltung freier Atemwege. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, sich schnell mit diesen gängigen Instrumenten vertraut zu machen. Es wird empfohlen, regelmäßig mit Ausbildern im Atemwegsmanagement zu üben, um Ihre Fähigkeiten und Ihr Selbstvertrauen zu stärken. So können Sie in Notfällen ruhig handeln und Patientenleben effektiver schützen.

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