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Was ist eine Notfall-Koniotomie?
Einführung Stellen Sie sich vor, jemand kann plötzlich nicht mehr atmen, weil seine Kehle blockiert ist. In solchen Notfällen müssen Ärzte und Rettungssanitäter manchmal schnellstmöglich einen neuen Weg schaffen, damit Luft in die Lunge gelangt. Hier kommt die Notfall-Koniotomie zum Einsatz. Es handelt sich um einen kurzen Eingriff, bei dem eine kleine Öffnung im Hals geschaffen wird, damit Luft die Blockade umgehen und der Person wieder atmen kann. Auch wenn es beängstigend klingt, kann dieser Eingriff Leben retten, wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind. Dieser Leitfaden erklärt, was eine Notfall-Koniotomie ist, wann sie notwendig ist und wie sie durchgeführt wird – alles in leicht verständlichen Worten. Was ist eine Notfall-Koniotomie? Die Notfall-Koniotomie ist ein schneller chirurgischer Eingriff, bei dem eine Öffnung im Hals geschaffen wird, um die Atmung zu erleichtern. Dabei wird die Cricothyroidmembran durchtrennt – eine dünne, weiche Schicht zwischen zwei Knorpelstücken im Hals, dem Schildknorpel und dem Ringknorpel. Diese Membran ist leicht zu lokalisieren und zugänglich, wodurch der Eingriff in Notfällen schneller durchgeführt werden kann. Im Gegensatz zur Tracheotomie, die tiefer am Hals erfolgt und in der Regel im Voraus geplant wird, ist die Koniotomie schneller und einfacher und wird daher nur in Notfällen angewendet, wenn keine andere Möglichkeit besteht, Luft zuzuführen. Wann wird es benötigt? Kann eine Person nicht durch ihre normalen Atemwege atmen und gängige Atemwegsmanagementmethoden – wie die Beatmung mit einem Beatmungsbeutel oder die endotracheale Intubation – nicht funktionieren, ist eine Notfall-Koniotomie erforderlich. Dies geschieht typischerweise in kritischen Situationen, in denen die oberen Atemwege stark verlegt oder beschädigt sind. Dieses lebensbedrohliche Szenario wird oft als „Intubation und Beatmung nicht möglich“ bezeichnet. Häufige Gründe hierfür sind: Schwere Verletzungen im Gesicht oder am Hals, die die Atemwege blockieren Schwellungen aufgrund allergischer Reaktionen, die den Rachenraum verengen. Fremdkörper in den Atemwegen, die nicht schnell entfernt werden können Rauch oder Verbrennungen, die zum Schließen der Atemwege führen Wenn Ärzte keinen Beatmungsschlauch durch Mund oder Nase einführen können In solchen Notfallsituationen schafft die Koniotomie einen direkten, lebensrettenden Atemweg, wenn alle anderen Methoden versagt haben – oft innerhalb von Sekunden. Warum ist es lebensrettend? Das Gehirn erleidet bereits nach 4–6 Minuten ohne Sauerstoff Schäden. Ist der Atemweg vollständig blockiert und gelangt kein Sauerstoff in die Lunge, zählt jede Sekunde. In diesen kritischen Momenten, wenn alle anderen Versuche, die Atemwege zu öffnen, gescheitert sind, ist die Koniotomie oft die einzige Möglichkeit, den Körper mit Luft zu versorgen. Durch die Schaffung eines direkten Zugangs zur Lunge kann dieses Verfahren die Sauerstoffversorgung wiederherstellen und Hirnschäden, Herzstillstand oder Tod verhindern. In den kritischsten Momenten zählt nicht nur die bloße Verfügbarkeit einer Option – sondern eine, die schnell und zuverlässig wirkt und Leben rettet, bevor es zu spät ist. Wie führt man eine Notfall-Koniotomie durch? Die Koniotomie ist ein risikoreicher und zeitkritischer Eingriff – doch bei korrekter Durchführung kann sie in weniger als einer Minute abgeschlossen werden. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Notfall: 1. Identifizieren Sie die Orientierungspunkte Tasten Sie den Hals ab, um die Cricothyroidmembran zu lokalisieren – den weichen Raum zwischen dem Schildknorpel (Adamsapfel) und dem Ringknorpel. Dort wird der Schnitt gesetzt. 2. Bereiten Sie den Bereich vor (falls die Zeit es erlaubt) Wenn möglich, sollte die Haut mit einem Antiseptikum gereinigt werden. In echten Notfällen hat jedoch die Schnelligkeit Vorrang vor der Sterilität. 3. Den Schnitt durchführen. Führen Sie mit einem Skalpell einen 2–3 cm langen vertikalen Hautschnitt über der Membran durch. Anschließend schneiden Sie die Membran horizontal durch. 4. Atemwege öffnen Verwenden Sie einen Trachealhaken oder das stumpfe Ende des Skalpells, um die Atemwege zu öffnen und festzuhalten. Gegebenenfalls kann ein Fingerstrich helfen, die Öffnung zu erweitern. 5. Führen Sie die Röhre ein. Führen Sie eine Tracheostomiekanüle oder einen kleinen Endotrachealtubus (üblicherweise Größe 5,0–6,0 mm) in die Öffnung ein und richten Sie ihn auf die Lunge aus. 6. Platzierung bestätigen Setzen Sie eine Beatmungsmaske auf und beginnen Sie mit der Beatmung. Achten Sie auf Hebungen des Brustkorbs, hören Sie auf Atemgeräusche und überwachen Sie, wenn möglich, den Sauerstoffgehalt. Die Koniotomie gilt oft als „letzter Ausweg“, doch das bedeutet nicht, dass man sie fürchten sollte. Die Kenntnis der einzelnen Schritte ist wichtig – sie unter Druck jedoch korrekt auszuführen, erfordert Übung. Das Training mit realistischen Koniotomie-Simulatoren stärkt das Selbstvertrauen, die Schnelligkeit und das Muskelgedächtnis – lange bevor ein echter Notfall eintritt.
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