Resorbierbare Nahtmaterialien
Resorbierbare Nahtmaterialien sind so konzipiert, dass sie sich mit der Zeit vom Körper auflösen und resorbiert werden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, die Fäden zu entfernen, was sie ideal für den Verschluss innerer und tiefer Gewebewunden macht. Zu den wichtigsten Arten resorbierbarer Nahtmaterialien gehören:
- Reines Darmnahtmaterial: Dieses aus Schaf- oder Rinderdärmen gewonnene Nahtmaterial ist schnell resorbierbar und eignet sich zur Weichteiladaptation. Es verursacht minimale Gewebereaktionen, hat aber eine kürzere Haltbarkeit.
- Chromiertes Darmnahtmaterial: Ähnlich wie herkömmliches Darmnahtmaterial wird chromiertes Darmnahtmaterial mit Chromsalzen behandelt, um die Haltbarkeit zu verbessern. Es behält seine Zugfestigkeit über einen längeren Zeitraum und bietet so eine länger anhaltende Wundunterstützung.
- Polyglactin (Vicryl): Als synthetisches, resorbierbares Nahtmaterial ist Polyglactin aufgrund seiner vorhersehbaren Resorptionsrate und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sehr beliebt. Es bietet eine ausgezeichnete Zugfestigkeit und wird häufig für verschiedene Wundverschlüsse verwendet.
Nicht resorbierbares Nahtmaterial
Nicht resorbierbares Nahtmaterial wird, wie der Name schon sagt, vom Körper nicht abgebaut und muss nach der Wundheilung entfernt werden. Es bietet langfristige Wundunterstützung und wird häufig zum Verschluss oberflächlicher Wunden eingesetzt. Zu den bekanntesten Arten von nicht resorbierbarem Nahtmaterial gehören:
- Nylon (Ethilon): Nylon-Nahtmaterialien sind bekannt für ihre hohe Zugfestigkeit, Flexibilität und Beständigkeit. Sie werden häufig zum Hautverschluss und in Bereichen eingesetzt, die eine längerfristige Wundversorgung erfordern.
- Polyester (Ethibond): Polyester-Nahtmaterial ist strapazierfähig und bietet eine ausgezeichnete Knotensicherheit. Es wird häufig für Sehnenreparaturen, kardiovaskuläre Eingriffe und orthopädische Operationen verwendet.
- Edelstahl (Draht): Nahtmaterial aus Edelstahl wird in speziellen Fällen eingesetzt, die eine außergewöhnliche Festigkeit erfordern, beispielsweise in der Orthopädie und Zahnmedizin. Es bietet hervorragende Stabilität, erfordert jedoch spezielle Techniken zum Entfernen.
Die Wahl der Nahttechnik hängt von der Art und Lage der Wunde sowie dem gewünschten Ergebnis ab. Zu den gängigen Nahttechniken gehören:
- Einzelknopfnähte: Bei dieser Technik werden einzelne Stiche in regelmäßigen Abständen entlang der Wunde gesetzt. Sie gewährleisten eine ausgezeichnete Wundrandadaptation und ermöglichen eine präzise Spannungsregulierung.
- Fortlaufende Naht: Auch als fortlaufende Naht bekannt, besteht diese Technik aus einem einzigen, durchgehenden Nahtfaden, der die gesamte Wunde durchzieht. Sie ist effizient und schnell und gewährleistet einen adäquaten Wundverschluss.
- Vertikale Matratzennähte: Vertikale Matratzennähte werden eingesetzt, wenn eine präzise Ausrichtung der Wundränder erforderlich ist, beispielsweise in empfindlichen oder stark gespannten Bereichen. Sie gewährleisten eine gute Wundausstülpung und ein exzellentes kosmetisches Ergebnis.

